Kategorien
Cornwall 2026

Sonne im Gesicht und Wind im Haar

Ah herrlich, der Tag beginnt mit Sonnenschein. Beim aus dem Küchenfenster schauen sehen wir ein paar Häschen weghoppeln.

Wir wollen zum Küstenort Bude. Dieser wird hie und da empfohlen. Anschließend noch zumSpeke’s Mill Mouth Waterfall. Als wir los fahren, wissen wir noch nicht, dass es ein wenig herausfordernd wird. Gut gelaunt surfen wir mal wieder die Straßen. Was so ein bisschen Sonne bewirken kann. Alles ist gleich viel freundlicher. Einen kleinen Abstecher nach Launceston bleibt uns trotzdem nicht erspart. Wir benötigen noch etwas zusätzliche Heilmittel aus der Apotheke. Im Gegensatz zu gestern ist es im Ort sehr lebendig. Man sieht Menschen, offene Geschäfte und fleißige Handwerker. In der Apotheke angekommen, regelt die junge Dame kurz, bündig und in fließendem Englisch unser Anliegen. My Dear und der Fahrer hören keinen sprachlichen Unterschied. Für die Apothekerin ist sofort klar was wir benötigen und überreicht uns alles mit einem Lächeln. Wir sind froh, dass wir das Großbritannien wiedergefunden haben, weswegen wir hier sind.

Der Bus steht in einer Nebenstraße und im Hintergrund sieht man den heiter-wolkigen Himmel, rechts und links Heidelandschaft

Die Fahrt geht weiter. Gefühlt über Stock und Stein und über enge Straßen. Der Bus musste ein paarmal zurücksetzen. Bald erreichen wir die Küstenstraße und können die Atlantikwellen schon in der Sonne glitzern und ans Ufer rauschen sehen.

Der Bus am Straßenrand auf dem Weg nach Bude

Wir kommen gut in Bude an und stellen uns auf einen Parkplatz. Der Fahrer begibt sich zum Kassenautomat, dort stellt er fest, dass dieser außer Betrieb ist. Also die vorbereitete Applikation auf dem Smart-Device geöffnet. Kurz bevor er auf den Bezahlen-Button klickt, fragt ein junger Brite was man da tut und dass das Bezahlen nicht notwendig ist. Die Saison beginnt erst am 1. April eines Jahres und bis dahin ist hier Freiparken. Ach so, deshalb ist der Bezahlautomat außer Betrieb. Tatsächlich sieht man hier nur dick eingepackte Spaziergänger oder kälteresistente Schwimmerinnen. Die benutzen bis die Flut wieder da ist, den Meerwasserpool von Bude. Gebaut von Einheimischen für Einheimische, Förderer und Vereinsmitglieder.

Bunte Umziehhäuschen am Strand von Bude
Strand von Bude, vermutlich bei Ebbe und hartem Wind
Blick von oben auf den Meerwasserpool in Bude, das Wasser ist so kalt wie es aussieht
Blick auf eine Bucht bei Bude mit Karibikwasser

Wir hüpfen über Priele und Steine und genießen den Wind, wie dieser uns um die Ohren weht und unser Haar zerzaust. Der Wind hat heute echt Druck. Nach ein paar kühnen Schritten und Sprüngen sind wir hungrig und flanieren ins Zentrum.

Freiliegende Felsformationen am Strand
Der Fahrer mit einem gewagten Sprung über einen „Priel“, wie leichtsinnig! Ach was, wie leichtfüßig!
Der Weg in das Towncenter von Bude

An der Hauptstraße finden wir eine Cornish Bakery. Die Pasties wurden uns von der Internetgemeinde empfohlen. Es ist eine gute Entscheidung. Wir stärken uns sehr lecker und vegan. Die Sonne wärmt uns unser Gesicht, wir sitzen nämlich draußen. Die vorbeifahrenden Autos, lassen sich gut wegignorieren. Herrlich.

Bild von der Cornish Bakery, gut geeignet für einen Imbiss
Ein Klassiker, der Fahrer schenkt Tee ein
Links ein mit Schokopulver bestreuter Cappuccino und rechts eine cornische Teigtasche in vegan.

Man erkennt originale Cornish-Pasties, am zusammengedrückten Rand. Ist der Rand anders gestaltet ist die Pastie nicht original oder noch viel schlimmer – aus Devon.

Steht hier überall in voller Blüte, der Ulex europaeus, auch bekannt als gewöhnlicher Stechginster

Anschließend flanieren wir weiter und ergattern das eine oder andere Souvenir. Dann geht’s zum Bus und weiter zum Wasserfall. Die Straßen werden schmaler und die Hecken größer. Da passen keine zwei Fahrzeuge mehr nebeneinander durch. Das Navi geleitet uns gut bis wir den Parkplatz nicht finden bzw. die Wege nicht mehr mit motorgetriebenen Fahrzeugen befahren werden können.

Hier sieht man, dass der Trecker gerade noch ausweichen konnte. Der Trecker hat gerade so zwischen die Hecken gepasst. Sieht man hier nicht. Zurücksetzen ohne Servolenkung muss man wollen

Nach ein paar Extrarunden stellen wir den Bus an den Straßenrand und gehen dem ausgeschilderten Weg zu Fuß nach. Der Weg ist nach dem gestrigen Regen herausfordernd. Ein Paar Schuhe kommt leider nicht mehr sauber zurück. Der kleine Spaziergang hat sich aber gelohnt. Sanft fallen grüne Hügel bis zu den Klippen ab und überall ist der Frühling zu sehen. Der Ginster blüht gelb und die Schlehe weiß. An der Klippenkante bietet sich ein atemberaubender Ausblick auf hohe Wellen, Felsen und Natur.

Da ist er wieder der Ulex, hier aber in dramatischer Szene auf dem Weg zum Wasserfall
Blick von der Klippenkante auf den wilden Atlantik
Der Wasserfall, der Spaziergang durch Matsch und über Fels hat sich gelohnt
So sehen Atlantikwellen aus, hier wird auch gesurft

Der Wasserfall und der Strand mit seinen krassen Wellen scheint tatsächlich noch ein Geheimtipp zu sein. Wir treffen wenig Menschen. Dafür steht hier eine Sitzbank, die zum Gedenken eines 21 jährigen leidenschaftlichen Surfer aufgestellt wurde. Die Wellen sind echt krass.

Hier steht die Surferbank, wenn man drauf sitzt und Richtung Meer blickt , kann man den Wagemut einwenig verstehen
Wegmarkierung aus Holz oder kunstvoll gestalteter Zaunpfosten
Verschlafenes Häuschen an dem wir vorbeifahren mussten

Als wir durchgepustet sind, machen wir uns auf den Rückweg. Die Fahrt ist zügig und wir kommen vor Sonnenuntergang am Häuschen an. Hier ist es gemütlich und warm. Wir packen unsere Einkäufe aus und schmieden schon Pläne für den neuen Tag.