Heute Früh ist es bei uns hier irgendwie diesig. Wir packen also die Sachen und fahren Richtung Süden.

Wir kontrollieren noch kurz den Inhalt des Tanks und entschließen uns auf dem Weg zu tanken.

In Callington machen wir einen Tankstopp und tanken das gut Super. Was mit 1,59 £ immer noch günstiger ist, als in Wuppertal. Es gehen ca. 50 Liter in den Tank, was einem ungefähren Verbrauch von 10,20 Litern auf 100 Kilometer bedeutet. Wir sprechen hier von einem über 40 Jahre alten Fahrzeug. Es geht weiter Richtung Süden, über eine große Brücke, die Tamar Bridge, bis ins Zentrum Plymouth. Hier finden wir einen guten Parkplatz am Rande der Altstadt bzw. des alten Hafen, Barbican.

Wir steigen aus und flanieren über Kopfsteinpflaster durch die engen Gassen mit den kleinen feinen Läden. Hier scheint alles ruhig und unaufgeregt. Touristen sind noch nicht viele zu sehen. Liegt es an der Uhrzeit, an der Jahreszeit oder an der Stadt selber, wir werden es wahrscheinlich nicht sofort erfahren. Auf dem Rückweg werden wir in den Feierabendverkehr geraten und viele Schülerinnen aus dem offenen Ganztag nach Hause gehen sehen. Hier trägt jeder Schuluniform.

Eigentlich ist Plymouth sehr geschichtsträchtig. Von hier starteten Anfang des 17. Jahrhunderts viele Schiffe Richtung Amerika.

Das kann man feiern oder auch hinterfragen. Im Namen der Krone wurde nämlich Piraterie betrieben und spanische Schiffe gekapert und ausgeraubt. So hat das Königreich versucht das Embargo von Spanien zu umgehen. Irgendwie heldenhaft oder auch nicht. Was beide Nationen gemacht haben, aus Afrika Menschen entführt, versklavt und nach Amerika und Südamerika verschifft. Vor Ort sind dann noch nicht einmal alle Sklaven auf einmal verkauft worden, sondern es wurde darüber diskutiert, ob die Ware von Bord darf. Au weiha! Heute ist hier auf jeden Fall ein beschaulicher Yachthafen, wo man gut in der Sonne sitzen kann. Wir genießen das gute Wetter. Die Sonne hat schon echt Kraft.

Nach einem Mittagsimbiss gehen wir langsam aber sicher wieder zum Bus und versuchen in einem nahegelegenen Supermarkt unsere Vorräte an britischen Lebensmitteln aufzustocken.

Plymouth bietet auf der einen Seite, schöne und geschichtsträchtige Kultur, Wandgemälden, Kultur und charmante Läden.

Auf der andern Seit läuft einem ein Schauer über den Rücken, wenn man hinter einem Fish&Chips an den geruchsintensiven Mülltonnen vorbei muss oder verlassene Telefonzellen, die als temporäre Mülldeponie benutz werden. Der Fahrzeugverkehr und der in die Jahre gekommen Supermarkt (ca. 1973) tragen ihren Teil dazu bei.

Wieder am Häuschen angekommen, können wir bei Kaffee und Teilchen die Nachmittagssonne genießen. Als die Sonne weg ist, flüchten wir nach drinnen und machen uns ausgehfertigt. My Dear und der Fahrer feiern heute, so nebenbei, mal so eben 30 Jahre Verbundenheit und einen gemeinsam zurückgelegten Lebensweg, der noch nicht am Ende ist. Wir gehen zum fußläufig gut zu erreichen Pub „The Springer Spaniel“.

Hier genießen wir verschiedene Burger und lokales Bier ( im weitesten Sinne). Wir haben Glück und bekommen einen Tisch, der Pub scheint gut besucht. Es ist ein Kommen und Gehen.

Was hier in Großbritannien wirklich super ist, ist es, dass es in jedem Ort einen Pub gibt, dort gutes Bier, nette Menschen und auf jeden Fall mind. ein veganes Gericht, herrlich. Langsam geht der Tag zu Ende. Der Fahrer bezahlt das Essen und die Getränke. Es vergisst aber, nach dem Trinkgeld zu fragen. Hier wird nun spekuliert woran es gelegen hat. An der Schuseligkeit, an dem ultraschnellen Bezahlungsprozess oder an den diversen Pints mit Stout. – Wir werden es nicht mehr erfahren, bedauerlich. Wir schlendern in der Abenddämmerung nach Hause und beschließen den Abend. Morgen ist ein neuer Tag.
