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Cornwall 2026

Manchester ist united

Richtig geraten, heute fahren wir nach Manchester. Vielen durch den Fußball bekannt, anderen wegen seiner Vielfalt.

Die Anfahrt dauert ca. 1 Stunde. Wir haben nämlich entschieden mit dem Bus zu fahren und nicht mit dem ÖPNV. Das würde wirklich den hakenden Tag in Anspruch nehmen und wir habe so schon keine Zeit. Da es im Urlaub aber nicht langweilig werden soll, stürzen wir uns ins Getümmel. Wir surfen über den Motorway und stehen am Ortseingang an einer Ampel und warten darauf, dass es weiter geht. Es ist ziemlich stockend. Gut das wir zu dritt vorne sitzen, so haben wir alles im Blick, die Autos, Busse und LKW kommen von allen Seiten. Die fahren, wie in einer Großstadt alle skrupellos. Wir werden durch das Navi an ein paar Hochhäusern vorbeigeleitet, landen dann in einer Sackgasse und als wir ins Parkhaus wollen, stellen wir fest, dass 1,90m auch 1,90m sind und keine 1,92m. Es scheppert kurz. Uns ist nichts passiert, dem Bus auch nicht und dem Höhenbregrenzer erst recht nicht. Also finden wir einen Freiluft-Parkplatz und stellen den Bus für die nächste 12 Stunden da ab. Der Preis für 12 Stunden ist der gleiche wie für 4 oder 5 oder 6 usw.. Also 8£ angewiesen und los.

Als erstes flanieren wir durch das Hipster-Viertel Northern Quarter. Hier trifft sich alles was einen neuzeitlichen Lebensstil verwirklichen möchte. Man sieht viele ganz unterschiedliche Menschen mit den unterschiedlichsten Lebensentwürfen. Geschäftsleute, Handwerker, Touristen, Aufpasser, Helfer für Menschen in Not und leider auch Menschen die in „Not“ sind.

Wir sehen kunstvoll gestaltete Wände und kahle Backsteinwände, aber auch Glasfassaden, graue Betonwände, eingepackte Wände und manche Häuser mit fehlenden Wänden. Hier ist echt etwas los. Es gibt viele Möglichkeiten einzukehren um Essen & Trinken zu konsumieren.

Die Dichte an Plattenläden ist so groß, dass man gar nicht anders kann als zu stöbern und Vinyl zu kaufen. Im VinylRevival werden zwei gebrauchte Scheiben eingekauft. Die eine ist ein Best of von Etta James und die andere das bekannte Album von Lauryn Hill (The Miseducation of Lauren Hill). Der Fahrer freut sich und als er dann im Picadilly Records noch das aktuelle Album von Tom Misch (Full Circle) und von Tanika Charles (Reasons to Stay) erwirbt, schwebt er ein wenig auf Cloud Number 9. Er hat jetzt schwer zu schleppen und redet sich den Preis ein bisschen schön, also man weiß gar nicht, ob es die Platten noch in Deutschland gibt, bestellen kann jeder und Versandkosten sind auch noch gespart. Außerdem ist es cooler Vinyl selber zu importieren.

Wir schlendern weiter und finden einen schönen Kunst oder Design-Laden, dessen Auslage über Kunstdrucke von Künstler aus Manchester bis hinzu lokalen Design-Magazinen reicht. Es ist schön anzusehen.

Der nächste Schritt ist der Schreibwaren- und Künstlerbedarfsladen Fred Aldous (est. 1886 in Manchester). Hier gibt im Erdgeschoss Nippes, Schreibblöcke und Stehrümcken, herrlich und hin und wieder lustig. Eine Fotobox gibt’s auch. Im ersten Untergeschoss findet man alles für Kalligrafie, DIY und Streetart. So viele Schreibstifte sind selten an einem Ort versammelt. Im zweiten Untergeschoss dann Leinwände und Zubehör für Maler:innen. Auch Atelier-Ausstattung wird hier vintage verkauft. Wir kaufen ein paar niedliche Geschenke für die Familie und Katzensticker aus dem KatzenstickerKaugummiautomat. Ähnlichkeiten mit lebenden Katzen sind rein zufällig.

Anschließend finden an einer Ecke ein Hinweisschild zu einen „Nippesladen“ der um die Ecke ist. Daraus werden drei Ecken. Wir finden den Laden und im Laden eine kunstvoll gedruckte Postkarten über Manchester. Da es schon früher Nachmittag ist setzen wir uns danach in eine Bäckerei. Die produziert absolut transparent. Man kann in die Backstube von außen hineinschauen und an der Croissant-Straße einen Tee genießen, toll.

Wir machen uns nun auf den Weg zur John Rylands Library, eine der ältesten Bibliothek in ganz Großbritannien und Teil der Universität von Manchester. Wir müssen einmal quer durch die Fußgängerzone im Zentrum, Hammer wir viele Menschen hier sind, unzählig.

Die Gebäude die wir dabei sehen reichen vom Mittelalter bis in die Neuzeit. Hier wird einfach nebeneinander gebaut, augenscheinlich ohne Konzept, neben alt oder ganz alt. Das ist so ein Durcheinander, dass es schon wieder ziemlich lässig ist. Das muss man auf jeden Fall gesehen haben. Auf halber Strecke kommen wir an einem „Waterstones“, einem Buchladen vorbei und gehen rein. Wir treten ein und uns empfängt Ruhe. Die Bücher sind sehr zahlreich und ordentlich sortiert. Ein bisschen wie „Thalia“, aber viel mehr mit britischer Coolness, also kein Vergleich. Es ist so schön anzuschauen wie kunstvoll man Bücher gestalten kann, dies macht Lust aufs Lesen. – Nein wir sind noch nicht in der Bibliothek. Die junge Dame wird fündig und kauft sich einen zweiten Teil einer veganen Bachbuchreihe. Sie freut sich. Die Entscheidung ist nicht leicht, bei so vielen Büchern. Jetzt hat das Team noch mehr zu tragen.

Noch ein paar Ecken und wir stehen in der Warteschlange vor der Bibliothek. Dauert ein wenig und man kann zur Ruhe kommen. Nach 5 Minuten ist es geschafft. Ehrfürchtig schreiten wir durch die Gänge und bestaunen einen Teil der ca. 1.000.000 Exponate. Es ist ein wenig wie bei „Harry Potter“. Der Teil, wo er mit dem Umhang, der unsichtbar macht, ein spezielles Buch sucht. Wir staunen echt Bauklötze, die Gruppe von Touristen vor uns leider nicht. So sind se halt die Menschen.

Wir machen uns auf den Weg zum Bus, es ist schon Nachmittag und die Füße wund. Noch einmal durchs Getümmel und wir sind nach 15 Minuten am Bus. Gegessen wird im Ferienhaus. Siri findet nicht auf Anhieb den richtigen Weg, wir fahren einmal im Kreis. Gefühlt dauert es hier an den Ampeln länger. Kreisverkehre funktionieren echt besser. Wir fahren aus der Stadt und stehen auf der Autobahn im Stau. Überall das Gleiche.

Nach gut einer Stunde sind wir wieder zurück und sitzen bei Tee und Plätzchen auf der Terrasse. So endet ein spannender und interessanter Stadttrip. Manchester vereint alles, was man von einer Großstadt erwartet, inklusiv ein bisschen Chaos, herrlich.