Unsere zweigeteilte Heimreise startet heute schon um 06.00 Uhr. Echt früh aber notwendig.
Da wir ja mittlerweile Logistikprofi sind, geht das echt flott. Um kurz nach sieben sind wir fertig inklusive dem Reiseteam. Es wird noch kurz von der Vermieterin gewunken und wir schaukeln los. Nach einer Viertelstunde sind wir schon auf der Autobahn und fahren Richtung Süd-Ost.

Die Autobahn bzw. der Motorway ist echt der Hammer. Man könnte sagen, der absolute Wahnsinn. Im Straßenbegleitgrün lagert der Müll von mehreren Jahren. Da kann man sich aus alten Reifen und LKW-Teilen bestimmt ein neues Auto bauen. Da muss etwas passieren. Jagen braucht in Großbritannien auch keiner mehr. Es liegt so viel Wild, vor allem Fasan, am Wegesrand, dass geht auf keine „Kuhhaut“. Das beste aber sind die LKW. Fast die ganze Autobahn ist vierspurig ausgebaut, das ist auch notwendig, da drei Spuren von den LKW genutzt werden, irgendwo müssen die PKW ja fahren. Der Bus fährt also im unteren Geschwindigkeitslimitbereich, scheint sich aber positiv auf den Verbrauch auszuwirken, ca. 9 Liter auf 100 Km. Wir reden hier von einem 43 Jahre alten Fahrzeug, den Fahrer freut es. Nach der Hälfte der Strecke muss Pause gemacht werden. Wir waren von der Autobahn ab und hoffen auf ein schnuckeliges britisches Dorf. Milton Keynes ist so wie es aussieht ein Planstadt und wir finden eine Filiale der „Cornish Bakery“ in einem riesigen Einkaufszentrum. Das ist in die Fläche gebaut und was toll ist, gibt es großzügige Fensterflächen, die Gänge sind mit natürlichen Licht beleuchtet.

Wir fahren fast ohne Stau weiter und kommen ohne Zeitdruck am Hafen und Dover an. Wir bekommen die geplante Fähre um 16.40 Ortszeit. Wir setzen mit einer französischen Schulklasse auf Deck 7 über. Da es sich um viele aktive junge Menschen handelt, ist nicht viel mit ausruhen, aber mit beobachten. Kann man auch machen. Auf dem Weg zum Autodeck, werden wir dann noch von einer Wuppertaler Familie auf unseren Bus angesprochen und man erzählt uns ein wenig stolz vom eigenen VW-Käfer. Unter Youngtimer-Liebhaber hat man sich immer etwas zu erzählen, nett.

Wir fahren in Calais direkt auf die Autobahn, nicht ganz. Wir müssen kurz den Knoten aus dem Kopf bekommen und uns rechts einordnen, nicht links, funktioniert. Die meisten Autobahnen in Frankreich sind ja mautpflichtig. Wir sind vorbereitet, uns begleitet immer noch der Bip & Go Transmitter. Ohr erinnert Euch, konnten wir schon letztes Jahr nutzen. Der funktioniert immer noch.


Es gibt nicht viel Verkehr und es ist alles aufgeräumt und durchgefegt Hammer. Als wir ins letzte Dorf kurz vor unserer Unterkunft durchfahren erleben wir noch ein kleines Abenteuer. Wir fahren wie es in Frankreich üblich ist auf der rechten Straßenseite. Plötzlich kommen uns zwei Scheinwerfer von einem Opel Zafira entgegen. Wir schauen uns alle an, fragen uns erstaunt und versichern uns gegenseitig, dass wir auf der richtig Seite fahren und sind ein bisschen panisch erstaunt, warum die Situation so ist wie sie ist. Der Fahrer betätigt souverän die Lichthupe, natürlich höflich zurückhaltend und weist somit die fahrende Person des entgegenkommenden Fahrzeug auf das Fehlverhalten hin. Diese reagiert zum Glück rechtzeitig und schwenkt auf die richtige Fahrbahnseite. Der Fahrer des britischen Fahrzeug bedankt sich für den höflichen Hinweis und sehr wahrscheinlich genauso froh wie wir, dass nichts passiert ist. So erreichen wir alle noch unser heutiges Ziel. Glück muss man haben.

Wir kommen gesund und munter an der heutigen Unterkunft an. Wir finden diese auf Anhieb. Erst begrüßt uns der „Wachhund“ mit wedelndem Schwanz und die Hauskatze beobachtet uns interessiert. Nachdem der Hund seine eingeforderten Schreicheleinheiten bekommen hat, auch vom Fahrer, begrüßt uns Delphine die Hausbesitzerin freudestrahlend. Auch hier gibt es ein kurzes persönliches Gespräch und wir steigen die steile Treppe zum ausgebauten Dachboden empor. Alles ist nett und sauber eingerichtet. Mit den Unterkünften haben wir echt Glück. Wir sind sehr zufrieden. Das Wagnis AirBnB hat sich gelohnt.


So jetzt ist es dunkel und 23.00 Uhr Ortszeit. Wir sind geschafft vom Tag auf der Autobahn und gehen ins Bett. Morgen ist nämlich noch ein ganz normaler Reisetag und wir fahren den Rest der Strecke.