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Schweden 2026

Wieder unterwegs – Richtung Norden

Wer kennt es nicht, den Tag der Abfahrt in den Urlaub. Alle sind aufgeregt, laufen wild durcheinander, räumen die Sachen von links nach rechts und von rechts nach links, bis dann irgendwann alles im Bus verstaut ist und alle Missverständnisse ausgeräumt sind.

Etwas angespannt sitzen wir um 7.47 Uhr im Urlaubsbus und es geht los. Das Sommerreiseteam besteht wieder aus drei Personen, My Dear, der jungen Dame und dem Fahrer. Der Student und seine Katze genießen die Ruhe zu Hause. Nach einer kleine Rundtour durch Wuppertal, es gibt eine Vollsperrung auf der A46, sind wir dann auch schon bald auf der A1 Richtung Norden. Wir folgen dem grauen Band und den anderen Autos. Hier gibt es nicht so viele Highlights. Der Verkehr ist bis hinter Münster dicht, aber flüssig. Als wir NRW verlassen hüpfen wir von einem Stau in den nächsten und zuckeln weiter nach Norden. Nach der Hälfte der heutigen Strecke führt uns das Navi von der Autobahn über einen städtischen Wirtschaftsweg auf einen Rastplatz. Wir haben nach einem Autohof gesucht. Das hat nicht funktioniert. Dafür ist es hier sehr belebt und es riecht nach Pippi. Okay, wir stehen direkt am Eingang des Sanitärgebäudes. 2/3 des Teams stellt sich geduldig in die Warteschlange und hofft auf Einlass. Das schaffen nicht alle Urlauber. Die tänzeln immer wieder nervös an der Warteschlange vorbei, um dann festzustellen, dass es dadurch auch nicht schneller geht und stellen sich dann wieder in die Reihe. Wenn zu viele Menschen auf einmal zum stillen Örtchen möchten, dann verursacht das Stau, ach was? Wir suchen die nächste Tankstelle im nahegelegenen Ort und fahren da hin. Dort gibt es eine Bäckerei gegenüber, da machen wir Pause ohne Geruch und der Kraftstoff ist über 0,60 € preiswerter. Echt frech für den Liter Super 2,71 € zu verlangen. Es geht weiter Richtung Norden und wir kommen nach ein paar weiteren Staus wohlbehalten in Lübeck an. Wir bauen das Dachzelt bei leichtem Regen auf. Der Platz ist Nice am Rande der Stadt. Wir kochen uns Kaffee und genießen dazu einen Schoko-Muffin aka Cheescake (unsere erste Fika, man betrachte auch das Titelbild), lecker.

Der Bus steht hier auf dem Rasenplatz mit der Nummer 43, ///safari.toolbar.beaker (53.870971, 10.631197)

So, weiter geht’s, Abendessen. Wir werden von einem Freund und Arbeitskollegen des Fahrers abgeholt und es geht in die Innenstadt. Dort angekommen sitzen wir in einem veganen Restaurant mit vietnamesischer Küche.

Wandgemälde von einer Frau, an der Wand im Restaurant

Wir lassen uns das leckere Essen schmecken. Das Restaurant schließt zeitig und wir ziehen weiter in das nächste Lokal, hier noch ein Kaltgetränk und dann machen wir uns auf einen nächtlichen Spaziergang durch die Lübecker Altstadt mit ihren alten Hansehäusern, Kirchen und kleine Gassen.

Altes weißes Haus mit einer Hortensie im Vorgarten
Die Synagoge von Lübeck, die kleine Polizeistation auf der rechten Seite, ist auf dem Bild nicht zu sehen

Hier entdecken wir Hinterhöfe, die keine Hinterhöfe sind, sondern ganze Häuserzeilen.

Eine Gasse (Mindestbreite, ein Sarg muss durchpassen) oder Hinterhof oder Luxuswohnraum
Ein SUP-Board im Hinterhof

Das ist heute Luxuswohnraum und in der Vergangenheit eine Notwendigkeit um Wohnraum zu schaffen. Heute ist von dem Reichtum der Hansestadt nicht mehr viel über, außer es gibt Investoren, die die Häuser wieder herrichten.

Ein Kaufmannshaus aus Glanzzeiten der Stadt

Der Arbeitskollege braucht sich nach dem erreichen der Rente keine Sorgen um die Langeweile machen. Er ist ein wunderbarer und eloquenter Reiseführer. So erfahren wir eine Menge über die Stadt, die man als normaler Tourist wahrscheinlich nicht so erfährt.

Wo es einen Himmel gibt, ist die Hölle nicht weit
Das wohl älteste Altenwohnheim Europas, hier sollen die alten Menschen in kleinen Holzkammern vegetiert haben, auch eine Art Hölle

Die Kinder des „Reiseführers“ leben ja teilweise noch in der Stadt und sind durch Kindergarten und Schule lebende Beispiele, wie man historische Gebäude nutzen kann. Auch im Wandel der Zeit. Als die Gaslaternen schon seit längerem brennen, kommen wir nochmal ein paar Nobelviertel vorbei und kommen etwas erschöpft am Auto an.

Beleuchtetes schmales Haus

Hier werden wir nun kurz und schmerzlos zu Campingplatz gebracht. Eine kurze Verabschiedung und wir krabbeln schon ins Dachzelt. Morgen müssen wir nochmal früh aufstehen, die Fähre wartet. – Alter, in der Nachbarschaft wird geschnarcht, so dass sich die Balken biegen. Das wird ein Spaß, nicht.