Heute werden wir früh wach, obwohl schon alles vorbereitet ist. Der nächste Platz ist schon gebucht. Wir haben keine Eile. Die Fahrt dauert kalkuliert nur knapp 2 Stunden.


Heute können wir uns auf eine gemütliche Reise einstellen. Mit einem ausreichendem Zeitpolster suchen wir in aller Ruhe eine geeignete Tankstelle. Ihr erinnert Euch an das E10-Problem. Taucht hier kurzzeitig wieder auf. Zwei Stationen weiter ist es kein Problem mehr. Wir folgen weiter den Anweisungen der Navigationsapp. Bis wir ein kleines Hinweisschild auf ein Café am Wegesrand sehen und mutig den Schotterweg hoch fahren und dort eine zum Austellungsraum und Café umgebaute Scheune finden. Nach einem beherzten „Hej“, kommt ein netter älterer Herr aus seinem Büro und serviert uns Kaffee, Holunderlimo und Zimtschnecken. Fika-Zeit ist immer. Anschließend gleiten wir weiter durch die grüne Landschaft.



Gegen Mittag kommen wir in Östhammar an. Wir orientieren uns Richtung Östhammarsfjorden an der Stadtgrenze und dem Jachthafen. So gelangen wir auf den Campingplatz. Der Klackskärs Camping Campingplatz liegt zwar auch verkehrsgünstig, trotzdem herrscht hier auch eine Grundstille.
Irgendwie ist es seltsam hier. Die Sanitärgebäude sind nach Geschlechtern getrennt und mit Chipkarte gesichert. Nach fast 2 Wochen Unisex-Toiletten eine echt Umgewöhnung. Bei den Männer riecht es auch nicht direkt nach Pippi, vermutlich weil es nicht alle schaffen zu zielen. Bei den Unisextoiletten war der Gesamteindruck sauberer. Da reissen sich wohl alle mehr zusammen. Bei den Frauen ist es dafür trocken und Schimmel frei. Das erkennt man an den vielen, bisweilen sehr großen Spinnen.

Unser Stellplatz hat Fjordblick und Blick auf Wohnwagen. Es ist hier gefühlt ein bisschen durcheinander. Man beäugt und begrüßt uns, eigentlich nett. Wir könnten auch einen Stellplatz mit Stadtblick haben, diese Wiese ist aber nicht so schön. Deshalb gute Wahl. Es fehlt noch ein bisschen an Gemütlichkeit, aber dass haben wir ja auch selbst in der Hand.


Zwischendurch wird die Stille durch die Lieblingsmusik der campenden Schweden unterbrochen. Es ist nicht zwingend die Musik die stört, sondern eher die schlechte Auswahl der Musikstücke. Alles sehr schlagerartig, nichts mit Funk und Soul oder etwas zum mitswingen, nur Schlager in schwedischer Sprache. Es sind immer wieder kurze Momente der musikalischen Geschmacksverirrung die uns fordern. Wir ertragen es mit Geduld und beobachten die anderen Gäste während wir abendessen.
Nach einer kleinen Runde zum Wasser und ums Toilettenhäuschen machen wir uns langsam aber sicher bereit für Dachzelt und erwarten den morgigen Tag.