Wir verlassen den Campingplatz heute zeitig. Zwar ohne Wecker, aber nach dem Frühstück zügig. Es wird überraschenderweise voller. Es reisen immer mehr Teams zur Landesmeisterschaft im Hufeisenwerfen an. Die Ruhe ist futsch und wir auch.
Wir folgen der E22 Richtung Norden an der Ostküste entlang. Es herrscht reger Verkehr aber es läuft. Um ein wenig der Nostalgie zu fröhnen legen wir einen Zwischenstopp in Kalmar ein. Hier waren wir schonmal, allerdings ohne Bus. Wir waren damals noch bodenständiger und hatten ein Hauszelt in der Nähe, auf einem Campingplatz, aufgeschlagen. Das ist schon so lange her, da gab es Ben & Jerry‘s Eis bei uns noch nicht im Kühltegal aber hin in einer Flagship-Eisdiele.

Bedauerlicherweise sind laut Aushang die Kühltruhen kaputt und Eis gibt’s erst morgen wieder. Also pragmatisch ins Kaffee nebenan gesetzt und die Zeit verstreichen lassen.

Anschließend noch durch die Fußgängerzone geschlendert und mit erstandenen Kissenbezügen wieder zum Bus. Weiter zum Supermarkt und für die nächsten 3 Tage eingekauft.




Die Fahrt geht weiter. Ach ja, Kraftstoff kostet immer noch 1,55 €. Also immer weiter Richtung Norden. Hinter Västervik geht es rechts ab und wir verlassen die Europastraße. Wir fahren weiter Richtung Küste, vorbei an Getreidefelder, an grünen Wiesen mit grasenden Rehen drauf und an Bauernhöfen die sehr aufgeräumt sind und alle Wirtschaftsgebäude aus rotgestrichenem Holz gebaut haben. Bis wir feststellen, dass es hier nichts außer Natur gibt. Wir biegen noch ein paarmal um die Ecke und stehen dann vor der Rezeption unseres heutigen Ziels, Gudingebadets Camping.

Die Lage ist top, die Stellplätze gehen bis zum Wasser, traumhaft. Ein kurzer Fußweg über die glattgeschliffenen Granitfelsen der Schären. Richtig schön und wieder eine allgemeine Grundstille. Die „Ruhe“ wird allerdings durch die ganzen Camper, gefühlt die Hälfte aus Deutschland, gestört. Da es aber viele Familien sind, hoffen wir auf zeitige Bettruhe. Das Campingplatz Team ist jung, aber alles ordentlich und an seinem Platz. Wir müssen erst bei Abreise bezahlen. Mal etwas anderes. Aber eigentlich in Skandinavien üblich, dass jeder seinen Teil beiträgt und nicht die anderen ausnutzt, toll.



Als uns der Po vom Sitzen auf den Uferfelsen wehtut, machen wir Abendessen und warten auf den Sonnenuntergang. Der ist nicht ganz zu sehen, da die Sonne vorher schon hinterm Wald verschwunden ist. Als wir langsam für den Schlafsack fertig sind, rufen die Wildgänse, voll krass die Natur. Da wir weiter im Norden sind, dauert tatsächlich länger bis es dunkel wird. Zur Not ziehen wir uns die Decke über den Kopf. Alleine schon wegen der Mücken. Noch sind die erträglich. Wir hoffen die Mückengitter halten.
